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Was fressen Eidechsen? Speiseplan erklärt

Verfasst von Rene · · 5 Min. Lesezeit

Eidechse sitzt auf einem Stein im Garten und sucht nach Insekten
Beitragsbild: KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eidechsen sind überwiegend Insektenfresser und erbeuten vor allem Käfer, Heuschrecken, Spinnen, Fliegen und Schnecken.
  • Größere Arten wie die Smaragdeidechse fressen gelegentlich auch Jungmäuse, kleine Vögel oder sogar junge Schlangen.
  • Manche Arten ergänzen ihren Speiseplan mit Beeren und Früchten, wobei tierische Kost meist klar überwiegt.

Wer im Garten eine Eidechse über den warmen Stein huschen sieht, fragt sich oft, wovon das kleine Reptil eigentlich lebt. Die Antwort ist unspektakulär, aber wichtig für jeden naturnahen Garten: Eidechsen sind Fleischfresser, genauer gesagt Insektenfresser, die sich fast ausschließlich von wirbellosen Tieren ernähren. Damit übernehmen sie im Ökosystem eine Rolle als natürliche Schädlingsbekämpfer, die viele Gartenbesitzer unterschätzen.

Die genaue Zusammensetzung der Beute hängt stark von Art, Größe und Lebensraum ab. Ein Blick auf die in Deutschland heimischen Arten zeigt, wie unterschiedlich der Speiseplan im Detail aussehen kann und wo größere Verwandte deutlich mehr auf dem Teller haben als die kleine Zauneidechse im heimischen Steingarten.

Der typische Speiseplan einer Eidechse

Der Großteil der Nahrung besteht aus kleinen wirbellosen Tieren, die je nach Verfügbarkeit im jeweiligen Lebensraum erbeutet werden. Dazu zählen in erster Linie:

  • Käfer und Käferlarven
  • Heuschrecken und Grillen
  • Spinnen
  • Raupen und Schmetterlinge
  • Fliegen und Ameisen
  • Asseln und Schnecken
  • Regenwürmer

Eidechsen sind dabei keine wählerischen Jäger. Sie schnappen sich im Grunde alles Kleingetier, das ihnen vors Maul kommt und in ihre Größe passt. Das gilt besonders für die bei uns verbreitete Mauereidechse, die kaum zwischen Beutetypen unterscheidet, solange die Größe stimmt. Die heimische Zauneidechse setzt ihren Schwerpunkt vor allem auf Asseln, Fliegen, Spinnen und Regenwürmer und deckt damit einen Großteil ihres Energiebedarfs.

Diese Vielseitigkeit erklärt auch, warum Eidechsen im Garten so nützlich sind. Sie reduzieren die Population lästiger Insekten spürbar, ohne dass Chemie zum Einsatz kommen muss, ein Effekt, den naturnahe Gärtner gezielt fördern, etwa durch Steinhaufen oder Totholz als Unterschlupf.

Größere Beute: Wenn Eidechsen zu Jägern werden

Nicht alle Arten bleiben bei Insekten. Größere Eidechsen wie die Östliche Smaragdeidechse erweitern ihr Beuteschema deutlich. Sie erbeuten neben größeren Insekten und Spinnen auch:

  • Jungmäuse und andere kleine Nagetiere
  • Kleine Vögel
  • Junge Schlangen
  • Reptilieneier und Jungtiere anderer Eidechsen

Kannibalismus kommt dabei ebenfalls vor, besonders wenn das Nahrungsangebot knapp wird. Kleinere Artgenossen oder sogar der eigene Nachwuchs geraten dann auf den Speiseplan. Solches Verhalten wirkt zunächst befremdlich, ist in der Reptilienwelt aber keine Seltenheit und dient dem reinen Überleben in ressourcenarmen Phasen.

Diese Erweiterung des Beutespektrums zeigt, wie eng Körpergröße und Jagdstrategie zusammenhängen. Während eine kleine Mauereidechse auf Insektenniveau bleibt, agiert eine ausgewachsene Smaragdeidechse fast wie ein Mini-Raubtier mit entsprechend breiterem Nahrungsspektrum.

Pflanzliche Kost: Die Ausnahme, nicht die Regel

So klar der Fokus auf tierische Nahrung auch ist, komplett verzichten Eidechsen nicht auf Pflanzliches. Einige Arten naschen gelegentlich:

Nahrungsquelle Typische Art Häufigkeit
Beeren Smaragdeidechse gelegentlich
Früchte mehrere größere Arten selten bis gelegentlich
Samen vereinzelt beobachtet selten

Diese pflanzliche Beikost bleibt aber die Ausnahme. Sie dient eher als Ergänzung in Zeiten, in denen tierische Beute knapp ist, etwa spät im Jahr, wenn Insektenpopulationen bereits zurückgehen. Wer also eine Eidechse an reifen Brombeeren beobachtet, sieht kein untypisches Verhalten, sondern eine kluge Anpassung an das saisonale Nahrungsangebot.

Bei exotischen Terrarienbewohnern wie Leguanen oder Chamäleons sieht die Sache anders aus: Diese Arten nehmen deutlich mehr Blattgrün und Gemüse auf und gelten als weit stärker pflanzenbasiert als ihre heimischen Verwandten. Für Halter bedeutet das eine völlig andere Fütterungsstrategie als bei den insektenfressenden Gartenarten.

Was das für den eigenen Garten bedeutet

Wer Eidechsen im Garten unterstützen möchte, sollte vor allem für ein reichhaltiges Insektenangebot sorgen. Das gelingt am einfachsten über:

  • Wilde Ecken mit heimischen Wildblumen, die Insekten anlocken
  • Verzicht auf Pestizide, die das Beuteangebot dezimieren
  • Trockenmauern und Steinhaufen als Jagdrevier und Versteck
  • Laub- und Totholzhaufen, in denen sich Asseln und Käfer ansiedeln

Eine so gestaltete Fläche liefert automatisch genug Nahrung, ohne dass zusätzliche Fütterung nötig wäre. Eidechsen sind Wildtiere und sollten grundsätzlich nicht gezielt gefüttert werden; ein intaktes Habitat mit ausreichend Insekten reicht völlig aus, damit sie sich selbst versorgen können.

Häufige Fragen

Fressen Eidechsen auch andere Eidechsen?

Ja, bei einigen Arten kommt Kannibalismus vor, besonders wenn Nahrung knapp ist. Größere Eidechsen erbeuten dann kleinere Artgenossen oder sogar Jungtiere der eigenen Art. Bei den heimischen Zaun- und Mauereidechsen ist dieses Verhalten seltener als bei größeren Arten wie der Smaragdeidechse.

Sollte man Eidechsen im Garten füttern?

Nein, eine gezielte Fütterung ist weder nötig noch sinnvoll. Eidechsen finden in einem naturnahen Garten mit ausreichend Insekten und Kleintieren genug Nahrung selbst. Besser als Füttern wirkt die Schaffung passender Lebensräume mit Wildblumen, Steinhaufen und Totholz.

Was fressen Eidechsen im Terrarium?

In der Heimtierhaltung stehen vor allem Grillen, Mehlwürmer und andere Insekten auf dem Speiseplan, ergänzt durch gelegentliches Obst oder Gemüse je nach Art. Größere Terrarienbewohner erhalten teilweise auch kleine Mäuse als Beute. Pflanzenfressende Arten wie Leguane benötigen dagegen einen deutlich höheren Anteil an Blattgrün.